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Stress verstehen

Ertrinken. Hilfe rufen.
Ertrinken. Hilfe rufen.


Was Stress ist – und warum er mehr als nur ein Gefühl ist

Stress ist die körperliche und psychische Reaktion auf Herausforderungen, sogenannte Stressoren. Diese können sowohl außergewöhnliche Lebensereignisse als auch alltägliche Belastungen sein – etwa beruflicher Druck, Zeitmangel oder zwischenmenschliche Konflikte.

Stress ist zunächst eine normale und sinnvolle Reaktion des Körpers. Problematisch wird er dann, wenn er anhaltendist und das Nervensystem nicht mehr in einen Erholungszustand zurückfindet.


Formen von Stress

Stress kann sich in unterschiedlichen Mustern zeigen:

Akuter Stress

Kurzzeitig, intensiv und situationsbezogen.Beispiele sind Prüfungen, Präsentationen oder unerwartete Konflikte.

Chronischer Stress

Langandauernde Belastung durch Faktoren wie:

  • dauerhafte berufliche Überforderung

  • finanzielle Sorgen

  • ungelöste Beziehungskonflikte

Chronischer Stress kann langfristig zu Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonellen Dysbalancen und psychischen Erkrankungen beitragen.

Episodischer akuter Stress

Wiederkehrende Phasen intensiver Überforderung, häufig bei Menschen mit:

  • sehr dichtem Zeitplan

  • hoher innerer Anspannung

  • Schwierigkeiten mit Abgrenzung


Warum chronischer Stress krank macht

Bei anhaltendem Stress bleibt das Nervensystem im Alarmzustand.Dies kann folgende Folgen haben:

  • erhöhte Cortisolspiegel

  • gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus

  • verminderte Immunfunktion

  • emotionale Erschöpfung

  • ungesunde Bewältigungsstrategien

Stressmanagement ist daher keine Luxusmaßnahme, sondern ein zentraler Bestandteil von Gesundheitsprävention.

Therapieansätze zur Stressbewältigung

Nicht jede Belastung erfordert denselben therapeutischen Zugang. Effektive Stressbehandlung ist individuell angepasst.


1. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Ziel ist es, stressverstärkende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern.Besonders wirksam bei:

  • Grübelneigung

  • Leistungsdruck

  • Angst vor Versagen

2. Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)

DBT vermittelt Fähigkeiten zur Emotionsregulation, Achtsamkeit und Stresstoleranz.Hilfreich bei:

  • hoher emotionaler Reaktivität

  • Stress mit starken Körpersymptomen

3. Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT)

Diese Methode kombiniert Achtsamkeit mit kognitiven Strategien, um Abstand zu stressauslösenden Gedanken zu gewinnen.

4. Psychodynamische Therapie

Hier wird erforscht, wie frühere Erfahrungen aktuelle Stressreaktionen beeinflussen.Besonders sinnvoll bei:

  • wiederkehrenden Belastungsmustern

  • innerem Leistungsdruck

  • chronischer Anspannung

5. Entspannungstraining

Gezielte Techniken zur Reduktion körperlicher Stressreaktionen, häufig ergänzend zur Gesprächstherapie.


Bewährte Entspannungstechniken

Therapeutische Arbeit wird oft durch körperorientierte Methoden ergänzt:

  • Atemübungen (z. B. Bauchatmung)

  • Progressive Muskelrelaxation

  • Yoga und Tai Chi

  • Imagination und geführte Vorstellungsübungen

Diese Techniken können akute Anspannung reduzieren und langfristig die Stressresilienz stärken.

Stress im Alltag wirksam reduzieren

Nachhaltige Stressreduktion entsteht durch Regelmäßigkeit, nicht durch Perfektion.

Wichtige Bausteine:

  • Zeitmanagement: Prioritäten setzen, realistische Planung

  • Selbstfürsorge: bewusste Pausen, Erholung, Bewegung

  • Resilienzförderung: Achtsamkeit, emotionale Selbstregulation

  • Gesunde Routinen: ausgewogene Ernährung, Schlaf, körperliche Aktivität

  • Grenzen setzen: Klare Grenzen im Alltag schützen das Nervensystem, indem sie Überforderung reduzieren und chronischem Stress vorbeugen.

Kleine, konsequente Veränderungen haben oft mehr Wirkung als kurzfristige Maßnahmen.


Institutionen im deutschsprachigen Raum

Für wissenschaftlich fundierte Informationen zu Stress, psychischer Gesundheit und evidenzbasierter Therapie bieten folgende Institutionen im deutschsprachigen Raum besonders verlässliche Inhalte:


Medizinische Institutionen Links ( Englisch):

Nachricht zum Mitnehmen

Stress gehört zum Leben.Chronischer Stress hingegen ist ein Warnsignal des Körpers.

Wer lernt, Stress frühzeitig zu erkennen und gezielt zu regulieren, schützt nicht nur die psychische, sondern auch die körperliche Gesundheit.


Weiterführende Informationen finden Sie auch in unseren Artikeln zu Stressregulation


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PRAXIS DR. MED. (RO) GEORGIA BRUNNER

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